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Dienstag, 14. Januar 2014

[Rezension] Wohnideen aus dem wahren Leben - Inspirationen der besten Wohnblogger


 


Ich war sehr erfreut, als ich via Blogg Dein Buch   * den Zuschlag für den Titel "Wohnideen aus dem wahren Leben - Inspirationen der besten Wohnblogger" erhalten habe. Ich lese ja ganz gerne Wohnblogs, stöbere nach neuen Ideen und besuche gerne Trödelläden und Flohmärkte. Unsere Wohnung und deren Gestaltung ist einem ständigen Veränderungsprozess unterworfen. Ich habe permanent eine innere Liste von Ideen, was man noch alles verändern, verbessern, schöner machen könnte. Aktuell bin ich mit unseren Kleiderschränken unzufrieden, das Schlafzimmer ist aber winzig. Zudem gefallen mir die Sessel und der Küchentisch nicht mehr, auch fällt unsere Anrichte auseinander und soll langfristig durch einen alten Holzschrank ersetzt werden. Auch die Bilder im Wohnzimmer müssten mal neu gruppiert werden und der Badezimmerschrank ist nur halb optimal. Und ich hätte gerne eine bessere Aufbewahrung für meinen Schmuck und ein Nagellackregal zum Aufhängen, das ich aber wahrscheinlich selber bauen will. Ihr seht, es gibt viel zu tun. 
Daher war die Vorfreude groß, ich fand das Titelbild schon so ansprechend. Der Versand zog sich, aber hier ist nun die Rezension dazu.


Klappentext:

"Trendscout, Trendsetter, Blogstar. Seit einigen Jahren sind Blogger auf dem Vormarsch. Sie berichten über Trends und werden so zu Trendsettern. Gerade auch Blogs über Interior Design, Wohnen und Kochen finden großen Zuspruch. So wurde die Designbloggerin Holly Becker bereits zum Blogstar und zur Bestsellerautorin („Lust auf Wohnen“ und „Holly Beckers wunderbare Wohnideen“). Nichts ist daher naheliegender, als die besten Wohnblogger in einem großen Buch zu versammeln, um die Experten nach ihren persönlichen Tipps und Tricks zu fragen. Das Buch stellt sie und ihre Lieblingswohnfotos mit Hunderten von Ideen und Inspirationen vor. Es geht dabei ums Einrichten und Gestalten mit spannenden Raum-für-Raum-Rundgängen, Interviews, persönlichen Zitaten und kurzen Erläuterungen."


Meine Meinung: 

Das Buch ist eine wahre Augenweide.  Auf 224 Seiten lässt es sich wunderbar in Bildern schwelgen, stöbern und kuriosen entdecken. Seid ihr schon mal auf die Idee gekommen, Eure Cds in einem ausrangierten Kühlschrank aufzubewahren? Ich bislang nicht, Holly Becker von decor8blog schon. Das Buch ist nach Wohnbereichen eingeteilt, mit dem Flur geht es los. Die Bilder sind groß und ansprechend. Zwischendrin finden sich Interviews mit Wohnblogger_Innen. die zu ihren Vorlieben, Inspirationen und Tipps befragt werden. Das Fazit für mich ist daraus: Mehr Mut beim Einrichten. Am wohlsten fühle ich mich meist in den Wohnungen von Leuten, die total ihr eigenes Ding durch ziehen.


Nicht nur im Anhang findet sich eine schier endlose Liste mit den favourisierten Wohnblogs der Verfasserin Petra Harms, es gibt so viel  tolle Blogs zu entdecken da draußen  und ich habe noch nicht einmal ein Fünftel aller angegebenen Blogs angesehen. Es sind einfach so viele. Einige davon kannte ich natürlich schon, etwa den großartigen Blog 23qm Stil. Die meisten aber sind mir komplett neu, etwa The Klein aus Kopenhagen oder my paradissi aus Griechenland. Über die angegebenen Links bin ich sehr froh und habe vor, sie mir alle peu a peu anzusehen.

An dem gewählten Titel des Buches muss ich ein bißchen herumnörgeln. Das "wahre Leben", wie ich es in punkto Wohnen bei meinen Freunden und Freundinnen und meiner Familie erlebe, sieht meist doch anders aus. Mehr Ikea, weniger Eames, wenn ihr versteht, was ich meine. Und viel mehr Plunder und weniger Retro-Designobjekte. 
Die gezeigten Kinderzimmer sehen zum Beispiel  ganz toll aus, würden bei uns aber höchstens 2 Minuten so schön bleiben, bis die drapierten Decken, das gepunktete Küchengeschirr und die andere Deko auf dem Boden lägen, um dort bespielt, herumgeworfen oder als Schlagwaffe verwendet zu werden.
Aber was soll`s. 
Das Buch ist toll, bietet viel zu sehen, viel zu lesen und Anregungen en masse. Wer gerne sieht, wie andere wohnen, die mehr Platz haben als man selbst, der ist mit diesem Buch definitiv gut bedient.







Das Buch ist erschienen im Callwey-Verlag und kann hier für 29,95 € erworben werden.

Meine Favouriten in Punkto Wohnblogs habe ich zuletzt im Juli 2012 vorgestellt, da wäre es ja auch mal fast wieder Zeit für ein Update, hm?
Bei Mein Morgenstern gucke ich auch immer gerne, wie Eni, die Blogbetreiberin wohnt. Eigentlich geht es bei ihr um Mode un Nähen, aber ihre Wohnung ist außergewöhnlich eingerichtet.


* Was ist Blogg Dein Buch?

Auf Blogg dein Buch bewirbt man sich aus einer Reihe von Büchern um einen Titel. Wenn man das Buch bekommt, dann hat man dreißig Tage Zeit, eine Rezension zu schreiben. In der Rezension müssen der publizierende  Verlag, der Link, über den das Buch zu erwerben ist und die Webseite von Blogg dein Buch verlinkt werden. Zudem gibt es Vorschriften über die Länge der Rezension, nämlich 250 Worte ohne die Inhaltsangabe und der eigene Blog sollte bestimmten Vorgaben entsprechen. 500 Zeichen des Rezensionsposts werden mit weiterführendem Link auf der Seite von blogg dein buch gepostet, so dass man vielleicht neue Leser_Innen dazu bekommen kann. Außerdem kann man auch selber nach neuen Blogs stöbern, das mache ich ja immer gerne.



Wie sieht es bei Euch aus, sind Einrichtung und Wohnen 
ein spannendes Thema für Euch oder Hauptsache Stauraum? ^^
Welches sind Eure liebsten Wohnblogs, lest ihr überhaupt welche?
Bei mir geht das immer so phasenweise, 
manchmal bin ich mit anderen Dingen beschäftigt und manchmal 
bricht mein Freund in Tränen aus,
wenn ich nur "Ebay Kleinanzeigen" sage.


Liebste Grüße und eine schöne Woche!
                         Katharina

Montag, 7. Oktober 2013

[Rezension] Max Bentow: "Die Totentänzerin"












Heute habe ich einen ganz frischen Leseeindruck für Euch; denn Max Bentows  "Die Totentänzerin" habe ich von gestern mittag an bis heute abend in Windeseile verschlungen. 
Nach "Der Federmann" und "Die Puppenmacherin" handelt es sich um den dritten Band der Serie um den Berliner Ermittler Nils Trojan. Da ich vom ersten Band begeistert war und den zweiten Teil sehr mochte, wenn auch nicht so gerne wie den ersten, war ich sehr gespannt auf den dritten Teil. 
Aber seht erst mal, worum es geht: 

Klappentext:
Sie sind in enger Umarmung vereint. Doch der Totentanz hat längst begonnen ...

Ein Mann und eine Frau, entkleidet und in einer engen Umarmung vereint, die Körper mit einer Schnur aneinander gefesselt. Das Bett, auf dem sie liegen, ist blutdurchtränkt, davor auf bizarre Weise drapiert die Nachtwäsche der beiden Opfer. Dieser schaurige Anblick bietet sich Nils Trojan und seinem Team, als sie in der Wohnung eintreffen, in der sich das grauenhafte Verbrechen ereignet hat. Welcher kranke Geist hat hier gewütet? Wie weit geht Hass, dass er einen Menschen zu einer solchen Tat verführt? Trojan ist schockiert, als ausgerechnet Theresa Landsberg, die Frau seines Chefs, in den Kreis der Verdächtigen gerät. Er will nicht an ihre Schuld glauben, und doch weiß er, dass er jede Spur verfolgen muss. Denn soeben wurde ein weiteres Liebespaar tot aufgefunden ...
Meine Meinung: 

Ja! Bingo! Entgegen einiger anderers lautender Kritiken finde ich diesen Band super spannend und richtig richtig gut. Für mich ist er besser als "Die Puppenmacherin" und ich freue mich total darüber, denn ehrlich gesagt hatte ich das nicht erwartet und es ist toll, wenn die eigenen Erwartungen übertroffen werden! 

Ich habe das Buch richtig inhaliert, da bis kurz vor Ende des Buches noch unklar war, wer tatsächlich der Bösewicht der Geschichte ist. Das ganze Buch über hatte ich abwechselnd unterschiedliche Personen in Verdacht und die Geschichte verläuft mit Höhepunkten und unerwarteten Wendungen von Kapitel zu Kapitel, so dass es wirklich schwer ist, das Buch zur Seite zu legen. Es wurde dann entgegen meines Plans, um halb elf schlafen zu gehen, doch halb eins. *gääähn*

In der aktuellen Geschichte erfährt man einiges über das Privatleben der Protagonist_Innen, dies wirkt aber nicht lückenfüllend, sondern passt immer gut in dem Handlungsverlauf und wird nie langweilig. So ist Theresa Landsberg, die bereits aus den letzten Bänden als labil bekannte Ehefrau von Trojans Chef im Fokus des Geschehens und wir erfahren einiges über ihre Erkrankung und ihre Vorstellungswelt.

Auch die Liebesgeschichte zwischen der Psychologin Jana Michael und Nils Trojan entwickelt sich endlich weiter, ich wollte die beiden ja schon im letzten Band immer schubsen.
"Die Totentänzerin"  kostet bei den Buchhändler_Innen Eures Vertrauens 14,99 €.

 Fazit: Für mich wirklich ein gelungener dritter Band und ich freue mich bereits auf den vierten Teil!

Eine weitere Rezension gibt es bei Prinzessin Anne, die das Buch auch super, aber nicht so spannend wie die ersten beiden fand. 

Habt ihr schon einen oder mehrere Bände der Reihe gelesen? 
Wie findet ihr ihn? 
Liebste Grüße! 

Dienstag, 1. Oktober 2013

[Rezension] Geschichten aus 1001 Nacht in Comicform

Ein Comic! Ich liebe Comics! Ich mag, wie das Hirn die Verbindung von Text und Bildern herstellt, wie Farben, die Anordnung der Bilder auf der Seite und die Schriftart und -größe mit dem Text ein Ganzes ergeben.

Die von Scheherazade zur Rettung ihres Lebens erzählten "Geschichten aus 1001 Nacht"stammen  vermutlich aus dem Indien des Jahres 250 unserer Zeitrechnung, sind also 1750 Jahre alt. Dann wurden die Geschichten etwa um 500 ins Persische übersetzt, wobei einige Personen des Geschehens reale Vorbilder aus der persischen Geschichte haben. Wahrscheinlich haben auch griechische Sagen die Geschichten aus 1001er Nacht beeinflusst. Wen die Entstehungsgeschichte interessiert, der und die findet hier weitere Informaionen: Wikiklick.


Verlagsangaben:

"Magische Geschichten aus 1001 Nacht
Als der Sultan Schahriar von der Untreue seiner Frau erfährt, lässt er sie töten. Er heiratet fortan jeden Tag, nur um auch seine neue Frau jeden Morgen hinrichten zu lassen. Scheherazade will das Morden beenden und entwickelt eine List: Jeden Abend erzählt sie dem Sultan eine Geschichte, nur um dann an der spannendsten Stelle aufzuhören. So schiebt sie ihre Hinrichtung hinaus, bis sie nach 1001 Nacht begnadigt wird.
»1001 Nacht«  ist die wohl berühmteste morgenländische Sammlung von Märchen und Legenden. Die farbenprächtigen und exotischen Geschichten haben nichts von ihrer Magie verloren und prägen bis heute unser Bild vom Orient.
Die Reihe »Brockhaus Literaturcomics« bereitet Klassiker der Weltliteratur in mitreißenden Bildergeschichten auf. Mit diesen Bänden wurde ein vielbeachtetes neues Buchformat geschaffen, das auch junge Leser an die großen Geschichten der Literatur heranführt. Zu jedem der Comics, die gekonnt in Bildergeschichten umgesetzt und von der Brockhaus-Redaktion auf einem hohen sprachlichen Niveau erarbeitet werden, gibt es im Anhang Informationen zum Werk der Weltliteratur, zum Autor und zum historischen Hintergrund.
Der jugendliche Zugang zur Weltliteratur
Allgemeinbildung, die Spaß macht
Eine herausragende Geschichte – außergewöhnlich in Szene gesetzt
Ergänzende Informationen zu Autor, Werk und Entstehungszeit
Titel der Reihe in den Literatur-Empfehlungslisten für Sekundarstufe I und II empfohlen
Ab 10 Jahren
Lassen Sie sich betören von den Märchen und Legenden des Orients."

Wie fand ich`s denn?

Mit einem Wort: Toll!
Ich wollte nur mal kurzreinschauen und etwas unter einer Stunde später war ich verblüfft,weil ich schon am Ende angekommen war. Die Seiten haben sich quasi von allein umgeblättert, ich wollte einfach immer noch ein bißchen weiter lesen.

Als Einstieg und als Teaser für die Geschichtensammlung ist der Comic gut geeignet, ich hatte selbst große Lust, weiter in den Geschichten aus 1001er Nacht zu schmökern, etwa in"Aladdin und die Wunderlampe" oder in "Ali Baba und die 40 Räuber" oder in"Sindbad, der Seefahrer", die wohl unter anderem auf Grund ihrer Länge nicht im Buch enthalten sind.
Aber auch für sich allein kann der Comic bestehen und hat seine Geltung.


Bei den Zeichnungen herrscht, recht Comic-üblich - wenn es auch  Graphic Novels gibt, die da erfreulich anders funktionieren, etwa Persepolis - eine Frauendarstellung vor, in der junge Frauen langes wallendes Haar haben, und leicht bekleidet ihre idealisierten Körpermaße her zeigen.Was sie aber, der Originalgeschichte folgend, nicht davon abhält, tough zu sein.

Die einzelnen Gesichter sind individuell dar gestellt und nicht orientalisitisch stereotypisierend und ich finde den ganzen Literaurcomic gelungen und lesenswert. Nächstes Mal könnten die Zeichner_Innen auch noch Frauen ohne Riesenbrüste unter transparenten Hemdchen  in Verbindung mit Minitaillen darstellen.





Fazit: Das Lesen hat Spaß gemacht, es war sehr kurzweilig und spannend und ich bin motiviert, mir das Original zu zu legen und darin zu lesen. 

Die Darstellungen sind bunt, vielfältig und abwechslungsreich, die Frauenbilder könnten noch etwas realistischer sein.

In der  Reihe Brockhaus Literaturcomics gibt es unter anderem auch die Odyssee, Dickens`Weihnachtsgeschichte und Vernes`Reise zum Mittelpunkt der Erde und ich hätte gerne noch ein paar davon.
Edit: Eine andere Rezensentin hat noch mal darauf hingewiesen, dass die Zielgruppe dieser Comics laut Verlag 10-12jährige sind. Für diese Altersgruppe finde ich die Darstellung der Frauen sowie deren Bekleidung extremly unangemessen.




"Brockhaus Literaturcomics: Geschichten aus 1001 Nacht" ist, na, im Brockhaus Verlag erschienen und hier  für 12,95 € erhältlich.
Der Titel wurde mir via Blogg Dein Buch zur Verfügung gestellt, ich danke dafür! 


Wie sieht es bei Euch aus, mögt ihr Comics? Welche?

Montag, 23. September 2013

Empowernde Kinderbücher #1: Der Raufboldteddy" von Rose Impey und Sue Porter

Ein kurzes Vorwort zu dieser Serie, die mir sehr am Herzen liegt: 
Wieso und Warum?
 Im überwiegenden Teil der in Deutschland erhältlichen Kinderbücher findet sich eine Welt, in der die Kinder weiß und blond oder braunhaarig sind und nur weiße Familienangehörige haben. 
Schwarze Kinder aber auch Kinder of Color kommen oft in einem Kontext vor, der Schwarzein aus dem Alltag in "ferne Länder" verschiebt. 
Schlimmstenfalls wird Schwarzsein problematisiert, indem Schwarze Kinder als hilfsbedürftig und passiv dargestellt werden, hier fällt mir direkt die ewigwährende Plakatkampagne mit dem Schwarzen blinden Kind auf dem Arm seiner Mutter ein. 
Oder die Werbung für Patenschaften oder für die Welthungerhilfe. 



 Auch wenn Werbung für Hilfsorganisationnen an und für sich etwas Gutes ist: All diese Bilder existieren ja nicht einfach so. Sie beeinflussen und verändern unsere Wahrnehmung von Schwarzen Menschen und weißen Menschen, unsere Vorstellung von Afrika und Afrikaner_Innen, von Deutschen, davon, wer deutsch ist, wer dazu gehört und wer nicht. 
Wusstet ihr, dass der aus dem heutigen Ghana nach Deutschland verschleppte Anton Wilhelm Amo seine Doktorarbeit in Deutschland im Jahr 1729 geschrieben hat, in Halle und Jena gelehrt hat? Solche Informationen, die einen Gegenpool zu den eher stereotypen Bildern von Schwarzen Menschen als hilfsbedürftig, zu retten, arm, ungebildet etc. bilden könnten, werden im Schulwesen und an der Uni aber nicht gelehrt.

Ich will für meine Kinder Bücher, mit denen sie sich positiv identifizieren können, wo sie sich nicht irgendwann mit den Bildern vergleichen und sich dann als abweichend empfinden.

Und wer jetzt behauptet, dass Kinder Hautfarben nicht wahrnehmen: Doch. Tun sie. Sie werten sie nur nicht.

Meine Jungs sind Schwarze Kinder in einer weißen Mehrheitsgesellschaft und darum habe ich früh recherchiert, mit welchen Büchern ich ihnen eine Realität zeigen kann, die nicht nur unserer zu Hause entspricht, sondern auch der Realität, mit der die meisten Kinder tagtäglich zu tun haben: Menschen unterschiedlicher Hautfarbe und unterschiedlichen Aussehens, für die das meist gar nicht so besonders ist, dass es ständig thematisiert werden muss. Darum sind die Bücher dieser Reihe auf Ahora Mismo auch nicht nur als Empfehlungen für Schwarze Kinder und Kinder of Color zu sehen, sondern für alle Kinder. Ich habe eine lange Liste mit Büchern hier, die ich zum Teil uneingeschränkt, zum Teil mit Abzügen empfehlen oder besprechen kann. 
Es soll auch um Bücher gehen, in denen z.B. homosexuelle oder transidente/ queere  Menschen vorkommen,  Alleinerziehende und Gehandicapte. 

Denn Inklusion hört ja an meinem Tellerrand nicht auf.
Am liebsten ist es mir, wenn Vielfalt ganz normal dargestellt wird, ohne sie groß zu thematisieren.a lá "Xy ist Schwarz und trotzdem ganz normal" Ich übertreibe natürlich, aber ihr versteht, was ich meine? Non?

Ich bespreche diese Bücher nach bestem Wissen und Gewissen, bin aber als Weiße in Mehrheitsdeutschland sozialisiert worden und schließe nicht aus, dass andere Menschen meine Rezensionen kritisch sehen. Ich freue mich über Ergänzungen.

Fragen, die sich zu Büchern stellen, wären zum Beispiel:
Wessen Aussehen oder Herkunft wird wie beschrieben, womit verglichen? 
Wessen Aussehen oder Herkunft wird nicht beschrieben?
Was wird als normal dargestellt, was als anders/abweichend?
Wer handelt, wer bleibt passiv? 
Wer entscheidet? 
Wie sehen die Illustrationen aus?


Aber jetzt zum ersten Buch der Reihe: 



 "Der Raufbold-Teddy" von Rose Impey und Sue Porter –Parabel Verlag – 20 Seiten. 

Es handelt sich um ein Bilderbuch mit wenig Text. 
Ich habe keine Altersangaben gefunden, nehme aber an, dass das Buch für 1-3 Jährige geeignet ist, danach ist es vielleicht zu wenig Text. 
Das Buch ist ein Hardcover mit normalen Buchseiten, also keine Pappbilderbuch. 

Inhalt: Ein kleiner schwarzer Junge erzählt von seinem Familienleben. Er berichtet vom Teddy seiner jüngeren Schwester, der sich gerne mit den Familienmitgliedern rauft. Zu kurzen Texten sieht man, wie der Teddy und die jüngere Schwester die Mutter beim Yoga attackieren und mit ihr balgen, wie die Schwester/Teddy sich an den am Esstisch sitzenden Vater anpirschen und mit ihm toben, wie das Mädchen und der Teddy im Kinderzimmer spielen und auf dem beim Toben besiegten Jungen sitzen. Text auf der Seite: „Manchmal tu ich so, als wenn er gewinnt". 
 Am Ende der Geschichte geht der Teddy auf das Mädchen los und beide landen erst in einem Teich, dann in der Badewanne und dann sitzt die ganze Familie auf dem Sofa und die Mutter näht Teddys Bein wieder an.

 Alle Familienmitglieder sind schwarz und werden in ihrem ganz durchschnittlichen Familienalltag dargestellt, es gibt keine Exotisierungen, Hautfarbe wird nicht thematisiert. 

Was ich an dem Buch noch mag: Der große Bruder schein sich etwas unschlüssig zu sein, ob der Teddy ein autonomes Wesen ist oder ob seine Schwester dahinter steckt. Vielleicht teilt er auch nur ihre sich im Spiel einsfühlende kindliche Perspektive. Zu Ende der Geschichte, als der Teddy und die Schwester raufend einen Berg herunterrollen und dann beide traurig gucken, kommt die Texstelle: „Manchmal geht Teddy auch auf meine Schwester los. (…) Dann muss sie ihn streicheln und lieb haben.“ Dass sich streiten und aggressiv sein etwas ist, dem vom Gegenpart mit Trost und Liebe statt mit Strafe und Sanktionen begegnet wird, finde ich schön. 
Es wird vermittelt, dass auch Wut und Zorn legitime Emotionen sind und dass man auch oder grade geliebt wird, wenn man sich streitet. 
Preis: Das Buch ist  antiquarisch ab 0, 93 Cent + Versand zu bekommen, neu kostet es ca. 5,90 €. 
Auch auf Englisch unter de Titel "Tough Teddy"


Kommentare werden dankend entgegengenommen!                           Katharina


Donnerstag, 22. August 2013

[Rezension] Stephen King: Der Anschlag

Klappentext: 
"Stephen King schreibt die amerikanische Geschichte neuAm 22. November 1963 fielen in Dallas, Texas, drei Schüsse. John F. Kennedy starb, und die Welt veränderte sich für immer. Wenn man das Geschehene ungeschehen machen könnte – wären die Folgen es wert? Jake Epping kann in die Vergangenheit zurückkehren und will den Anschlag verhindern. Aber je näher er seinem Ziel kommt, umso vehementer wehrt sich die Vergangenheit gegen jede Änderung. Stephen Kings neuer großer Roman ist eine Tour de Force, die ihresgleichen sucht – voller spannender Action, tiefer Einsichten und großer Gefühle."
Worum geht es?
Jake Epping ist ein junger Lehrer, der gerade erst von seiner alkoholkranken Frau verlassen wurde. Als sein Bekannter Al ihm etwas wichtiges zeigen will, denkt er zunächst, Al sei verrückt geworden.
Jedoch  findet er sich nach einem Gang durch eine Öffnung im Hinterzimmer von dessen Diner tatsächlich in den USA der 50er Jahre wieder.
Al hat nicht mehr lange zu leben und will seine Lebensaufgabe an Jake weitergeben: Das Attentat auf John F. Kennedy zu verhindern und damit die Zukunft der Welt positiv zu beeinflussen.
Jake lässt sich auf diese Aufgabe ein und lebt sich peu a peu in den 50er Jahren ein. Er muss aufpassen, nicht aufzufallen und fühlt sich zunehmend beheimatet in der Vergangenheit. 
Er unterrichtet wieder und findet Freund_Innen und die große Liebe seines Lebens in der Vergangenheit.
So gerne er bleiben würde, muss er aber seine Aufgabe erfüllen und das Attentat auf Kennedy verhindern. Wie soll er das eigentlich machen? Wird es ihm gelingen? Wie kann er eine intensive Beziehung führen und dabei verheimlichen, dass er aus der Zukunft kommt? Und wie würde die Welt aussehen, wenn Oswald wirklich daran gehindert hätte werden können, Kennedy zu erschießen?

Wie fand ich das Buch?

Ich habe das Buch mit Genuss in einem durchgelesen, also nicht mal für ein paar Tage zur Seite gelegt und später weitergelesen, wie es mir gerade mit "Atlantis" des gleichen Autors geht.

Dabei ist es in seiner epischen Länge von ca. 700 Seiten kein Pageturner, man kann die Geschichte sich langsam aufbauen lassen und in den Erzählfluss einsinken. Das Buch ist ein Roman, eine Liebesgeschichte und ein Gemälde der USA der Vergangenheit, ein Krimi und dabei auch Fiction - Zeittunnel in die 50er? Hallo!
Wer Horror und Grusel und Übernatürliches erwartet, sollte sich eines der älteren King-Bücher vornehmen, die Spannung kommt hier aus den Überlegungen, Implikationen und Veränderungen, die sich aus der geplanten Änderung der Weltgeschichte ergeben sowie aus der wirklich schönen Liebesgeschichte.
Allerdings gibt es ein paar Anspielungen auf böse Gebäude und einen Clown, der hinter den Kindern her ist...klingelt es? ;-)

Ich kann das Buch empfehlen. Erzählen konnte King schon immer und ich habe das Gefühl, dass er immer seriöser wird und sein Talent nicht mehr so für Schocker verbrät, die ja gerne gelesen aber nicht so ernst genommen und honoriert werden.

Zwar bin ich keine Historikerin, das USA der 50er wirkte aber recht stimmig auf mich und wie ich King einschätze, hat er bestimmt übergründlich recherchiert.

Allerdings wird die Apartheit in einem Absatz abgehandelt und wie bei King so oft wird das amerikanische N*Wort auch dort inflationär verwendet, wo es deskriptiv nichts zu suchen hat ( anders als in wörtlicher Rede, wo man es noch so lesen könnte, dass es eben den damaligen Zeitgeist widerspiegelt). Ich muss sagen, dass mich das zunehmend nervt. Liegt das an den Übersetzer_Innen oder ist King so unsensibel im Bezug auf rassistischen Sprachgebrauch?

Ich habe in anderen Kritiken gelesen, dass das Buch als zu lang empfunden wurde, für mich hat aber alles gestimmt und gepasst. Das Ende ist übrigens wunderbar und überzeugend, nicht ärgert mich mehr, als wenn ein tolles Buch ein blödes unglaubwürdiges Ende findet.

Lest ihr King oder ist er Schmu für Euch? Kennt ihr das Buch vielleicht schon?

Weitere Rezensionen findet ihr bei nichtnocheinbeautyblog und bellexrsleseinsel

Liebste Grüße! 

                                                Katharina

Freitag, 2. August 2013

[Rezension] Luca di Fulvio: "Das Mädchen, das den Himmel berührte"

Dieses Buch hat meine Mutter mir geliehen. Ich wusste noch, dass ich vor Jaaaaaaaaaahren vom gleichen Autoren den Titel "Der Junge, der Träume schenkte" gelesen habe, welcher mir sehr gut gefallen hat. Daher habe ich mich gefreut, erneut etwas von Luca di Fulvio lesen zu können. 
Worum geht`s in "Das Mädchen, das den Himmel berührte"? 


Klappentext: 


"Wie wird ein junger Tagedieb, der seine Kindheit in einer Höhle verbracht hat, zu einem glühenden Verfechter der Freiheit? Wie wird ein jüdischer Betrüger zu einem berühmten Arzt? Und wie wird ein junges Mädchen ohne Perspektive zu einer einflussreichen Modeschöpferin?Die Antwort liegt in Venedig. Denn dort, im Labyrinth der Gassen und Kanäle der geheimnisvollsten Lagune Europas, zwischen der Pracht San Marcos und dem Elend der Spelunken von Rialto findet sich das gesamte Panorama des Lebens."

Die Geschichte spielt im Venedig des Mittelalters und dealt mit den ganz großen Themen. Es ist fast müßig, die ganze Palette der Themen aufzuzählen: Antisemitismus und die Verzweiflung daran und der Kampf dagegen. Die erste große Liebe, erwachendes Begehren und die Emanzipation von den Eltern. Erwachsen werden. Prostitution. Freundschaft. Das Streben nach Unabhängigkeit und Freiheit. Hexenprozesse in der unlogischen Welt des Mittelalters. Und das sind noch nicht alle.

Erfreulicherweise wird der Roman all diesen Themen gerecht. Ich bin keine Spezialistin für das Venedig des Mittelalters, könnte mir aber vorstellen, dass die Atmosphäre, die Abfälle und das menschliche Elend sich so oder so ähnlich dargestellt haben. Bei der Lektüre sollte man nicht zu zartbesaitet sein, da viele Beschreibungen doch recht detailliert sind. Weiterhin ist eine Warnung zum Thema Antisemitismus angebracht, da sich antisemtische Beschimpfungen in der wörtlichen Rede finden und zwar nicht zu knapp. Wer weiß, dass es sie oder ihn triggert und die Laune verhagelt, sollte das Buch liegen lassen.

Die Personen des Buches sind detailliert aufgebaut und glaubwürdig dargestellt. Das gilt auch für die Nebenfiguren der unendlich vielen Nebenhandlungen, die sich durch die Geschichte winden, kurz untertauchen und dann wieder ihrem Höhepunkt zusteuern.

Der Roman ist spannende von Anfang bis Ende und ich kann eine Leseempfehlung aussprechen! 

Überbordend vor Einfällen, detailliert und anschaulich in der Personenbeschreibung wie in der Schilderung der historischen und kulturellen Umstände konnte ich das Buch kaum zur Seite legen.


Kennt ihr den Autoren schon und habt das Buch vielleicht auch schon gelesen? Hat es euch auch so gut gefallen?

Genießt die Hitze!!                                                Katharina

Mittwoch, 12. Juni 2013

[Rezension] Guido Rohm: "Untat"

Hach ja.
Dieses Buch habe ich via Blogg Dein Buch erhalten, vielen Dank dafür. Wen die Aktion interessiert: hier habe ich beschrieben, wie das Rezensieren für/mit/via Blogg Dein Buch funktioniert (nach unten scrollen!)

Bevor ihr diese Rezension lest, möchte ich darauf hinweisen, dass ich ordentlich spoilern werde, das heißt, inhaltliches vorwegnehmen. Das mache ich deshalb, weil ich erklären will, warum ich dieses Buch so mies finde. Falls ihr es gerne lesen möchtet und euch etwas Spannung bewahren wollt, lest also diese Rezension bitte erst hinterher.

Für "Untat" von Guido Rohm habe ich mich aus mehreren Gründen entschieden:
Erstens fand ich die Selbstdarstellung des Autors ziemlich witzig.




Guckt mal hier:
"Guido Rohm über sich:
Am Anfang stand meine Geburt im Jahre 1970. Später ergaben sich Kindheit und Jugend, die ich irgendwann abschütteln konnte. Ich rauche und schreibe in Fulda. Der Tod scheint mir unvermeidlich. Bis es soweit ist, trinke ich Kaffee und genieße die Aussicht von meinem Balkon."
Das finde ich einigermaßen charmant und hoffte darauf, dass sich ein ähnlicher Humor oder Sprachstil im Buch wiederfände. Dem war aber nicht so.



Zweitens mag ich Thriller/Krimis, das wisst ihr ja mittlerweile.
Und drittens geht es um ein sehr spannendes Thema - wie das jedoch umgesetzt wurde ist eine andere Frage, dazu dann weiter unten mehr. Das Buch handelt von zwei Journalisten, die ein Arrangement mit einem Kidnapper eingehen; er entführt eine Kind und die beiden (falls es denn zwei sind, das ist alles etwas unklar gelassen worden) sollen das neutral dokumentieren und nicht intervenieren.

Klappentext:
"Wir sind nervös. Natürlich. Das wären Sie doch sicherlich auch, wenn Sie sich in wenigen Minuten einem Verbrecher anvertrauen würden. Oder?" Wie wird man zum Verbrecher? Zwei Journalisten heuern bei Oscar, einem "bösen Buben", an und werden Augenzeugen einer Kindesentführung. Doch statt zu einer packenden Reportage entwickelt sich dieses Abenteuer zu einem Albtraum: Sind die Journalisten selbst Opfer – oder doch Täter? Ist Oscar ein Psychopath oder ein Aufschneider? Aus der vermeintlichen Distanz des Beobachters wird man hineingezogen in ein beängstigendes und brutales Geschehen.
Das berührt ein interessantes Thema; Verantwortung für das eigene Tun. 
Natürlich kann man auch durch Nicht-Handeln handeln, etwa wenn man bewusst keine erste Hilfe leistet. Oder wenn man sich entscheidet, nicht einzugreifen, wenn jemand beleidigt wird, wegzusehen, wenn jemand sich falsch verhält. 

In der Tugendethik gibt es sogar eine Position, die vertritt, dass es moralisch verwerflich ist, keinen erste Hilfe Kurs zu besuchen, da man ihn benötigen könnte, sofern man mit Menschen zu tun hat. Wer das nachlesen will: Roberta Foot Diese Position ist meiner Meinung nach überzogen, ebenso müsste dann jeder Mensch lernen, wie man Babys entbindet, falls man mit weiblichen Menschen zu tun hat, da diese schwanger sein und Hilfe bei der Entbindung benötigen könnten- you get my point. Wo zieht man da den Schlussstrich, wofür ist man verantwortlich zu machen? 
Wer Lust hat, dazu noch mehr zu lesen, könnte im Netz nach "Die Natur des Guten" von Philippa Foot suchen und sich dann weiter durchklicken.

Wie neutral sind etwa Fotograf_Innen und Reporter_Innen, die aus Kriegsgebieten berichten, dabei nicht intervenieren, wenn sie könnten?
Spontan fallen mir zu dem Thema noch die Aussagen von Deutschen mit Faschismushintergrund ein, die in der Nazizeit durch Nicht-Handeln und Wegsehen handelten und sich darauf beriefen, nichts gewusst zu haben. 
An und für sich also ein superspannendes Thema.

Die Umsetzung in diesem Buch aber bereitet mir ernste Probleme.

Hier wird nichts analysiert, erklärt, begreiflich zu machen versucht. Hier wird nur kurz und knapp etwas behauptet. So lapidar aber ist das unglaubwürdig.
Der Stil des Buches ist generell knapp gehalten, wer lieber Sätze mit Nebensätzen und Kommata mag, ist hier definitiv an der falschen Adresse.
Die Figuren des Buches werden nicht groß skizziert, der oder die journalistische/n "Wir-Erzähler" sind nicht zu unterscheiden, wie sie aussehen, wer sie en detail sind, wie sie leben wird nicht beschrieben.
Das Buch ist darauf aus, die Lesenden im Unklaren zu lassen;

 Handelt es sich wirklich drei Personen? Wird der alte Mann erschossen oder war das  Einbildung? 
Wird das entführte Kind vergewaltigt und gefoltert oder doch nicht?

 Das  funktioniert aber nicht. Dafür bleibt alles zu offen und zu vage und zu lapidar.
Der Verdacht des Journalisten, der, wie gesagt, eine Entführung dokumentieren will, dass das entführte Mädchen vom Entführer vergewaltigt wird, soll mit zwei, drei Sätzen a lá: "Das kann nicht sein. So etwas würde er nicht tun. Wir tranken noch ein Bier und schauten einen Porno. Es war nicht geschehen." glaubwürdig zerstreut worden sein. Das klappt aber nicht.

Ich habe das Buch recht schnell ausgelesen, Kunststück, es hat ein kleines Format und nur 140 Seiten. Dabei habe ich immer wieder den Kopf geschüttelt und die Augen verdreht, weil das Buch einfach nicht funktioniert. 
So schnell und einfach schaltet kein Mensch seine Moral und seine Empathie ab, ob nun angelernt oder angeboren.

Der oder die Journalist/en in dem Buch verprügeln das kleine Mädchen schließlich selbst, weil sie um Hilfe  schreit - so schnell verroht keiner, nicht nach drei Tagen Bier trinken und Pornos gucken.

Zu Ende des Buches werden übrigens, jetzt der Mega-Spoiler, die beiden Journalisten für die Entführung, Vergewaltigung und Mord an dem kleinen Mädchen verantwortlich gemacht und verhaftet. Im Gefängnis werden sie, wenn es denn zwei sind, vergewaltigt - und das wird auch wieder so larifari abgehandelt, als wäre das nichts.
Fazit: 
Also für mich, falls ihr es noch nicht mitbekommen haben solltet, funktioniert das Buch trotz interessanter Ausgangsfragestellung überhaupt nicht.
Die Moral des Ganzen, dass am Ende die involvierten Beobachter vor dem Gesetz als Schuldige verantwortlich gemacht werden, finde ich nachvollziehbar, aber all diese dürren dahingestreuten Wörtchen in kurzen Sätzen, die Dinge behaupten, statt sie zu erklären oder wenigstens machen das Buch für mich zum Flop. 
Das Buch ist im Conte Verlag erschienen und hier für 10,90 €  zu bestellen: >>klick<<. Meine ehrliche Meinung: invetiert die 10 € lieber anders.

Die anderen Rezensionen zum Buch, die ich im Netz fand, waren übrigens durchweg begeistert bis positiv - kennt ihr das Buch zufällig und  was haltet ihr davon, wenn ja?




Katharina

Montag, 20. Mai 2013

[Rezension] Jasmin Ramadan: "Das Schwein unter den Fischen"

Dieses Buch ist mir in der Stadtteilbibliothek über den Weg gelaufen. Ich habe es wegen des Titels mitgenommen und weil ich das Frauengesicht auf dem Titel ansprechend fotografiert fand - nicht die intellektuellsten Auswahlkriterien, I know. Dementsprechend hatte ich keine besonderen Erwartungen an die Lektüre des Buches und habe sie etwas vor mir her geschoben. Aber dann! Der Knaller!

Hier ist der Klappentext:
Eine exaltierte, liebestolle Tante, eine dauerbetrunkene, bauchtanzende Stiefmutter, ein bauernschlauer, Mentholzigaretten rauchender Vater und eine sich an Zwiebelmett zu Tode fressende Katze: Stine hat es nicht leicht, sich in dieser sonderbaren Familie ihren Weg zu bahnen. Nirgends schmeckt das Zwiebelmett so gut wie bei Reiner Fehrmann. Nach dem Tod seiner geizigen Mutter erfüllt er sich den Traum vom eigenen Imbiss. Gemeinsam mit seiner großen Liebe Ramona, Tankstellenpächtertochter und passionierte Bauchtänzerin, eröffnet er seine eigene Mett- und Frittenbude. Das ist das Umfeld, in dem Celestine, genannt Stine, aufwächst. Ihre Mutter, ein ehemaliges Au-pair-Mädchen aus Frankreich, machte sich kurz nach der Geburt aus dem Staub und ließ Stine bei ihrem Vater im hanseatischen Unterklassen-Milieu zurück. Stine liebt ihren Vater. Doch sie ist klüger und gesitteter als ihre durchgeknallte Familie und will nicht im Imbiss versauern. Und so beginnt sie nach Möglichkeiten zu suchen, ein Leben unabhängig von ihren schrägen Angehörigen zu führen.

Der erste Absatz: 
"Es war am Morgen meines dreizehnten Geburtstags, als Ramona eine Tiefkühltorte föhnte und sich plötzlich auf den Boden warf:"Pass auf, Stine, ich zeig dir jetzt mal wie das mit den Tampons geht. Mit Binden braucht du gar nicht erst anfangen, da fühlt man sich, als hätte man `ne Windel an! Also du legst dich hin, wirfst die Beine übern Kopf, ganz weit nach hinten- ungefähr so! Die Füße müssen hinten aufkommen. Dann geht die Watte grade und mit Schwerkraft rein. Du zählst bis zehn, bis es sitzt, und du kannst abrollen!" 

Dieses Buch ist grandios. Es ist ein Sammelsorium, ach, ein Feuerwerk skurriler, heiterer, überbordend exzentrischer  Figuren und Geschichten.
Celestine, die Ich-Erzählerin, wird erwachsen, lernt Männer kennen und löst sich langsam aus ihrer Herkunftsfamilie. Das ganze ist so unterhaltsam und abgedreht geschrieben, dass ich das Buch nicht zur Seite legen konnte, dabei aber nicht im Oberflächlichen verweilend und zuweilen traurig und tragisch. Ich habe mich sehr gut amüsiert und auch das etwas Ende, das ich etwas übertrieben fand, konnte ich akzeptieren, schließlich wollte ich ja auch, dass das Leben es mit allen Charakteren des Buches gut meint.
Die Autorin hat übrigens  auch "Soul Kitchen" geschrieben, das von Fatih Akin verfilmt wurde. Habt ihr den gesehen? Ist der Film empfehlenswert?

Das Buch ist es definitiv. Kennt es eine von Euch schon?

                                                   Katharina

Samstag, 4. Mai 2013

[Rezension] Cheryl Strayed: "Der große Trip"

Als ich den Klappentext des Buches auf der Seite von Blogg Dein Buch* gelesen habe, war ich Feuer und Flamme.
Seht mal her:

"Die Frau mit dem Loch im Herzen, das war ich.« Gerade 26 geworden, hat Cheryl Strayed das Gefühl, alles verloren zu haben. Mit Drogen und Männern tröstet sie sich über den Tod ihrer Mutter und das Scheitern ihrer Ehe hinweg. Als ihr ein Outdoor-Führer über den Pacific Crest Trail in die Hände fällt, trifft sie die folgenreichste Entscheidung ihres Lebens: mehr als tausend Meilen zu wandern, durch die Wüsten Kaliforniens, über die eisigen Höhen der Sierra Nevada, durch die Wälder Oregons bis zur »Brücke der Götter« im Bundesstaat Washington – allein, ohne Erfahrungen und mit einem Rucksack auf dem Rücken, den sie »Monster« nennt. Diese Reise führt sie bis an ihre Grenzen und darüber hinaus..."
Der Gedanke in der Wildnis ohne direkten Kontakt zur Zivilisation zu überleben fasziniert mich schon immer. Als Kind hatte ich tagträume darüber, mir ein Stück Land urbar zu machen und alles selbst zu bauen.  Naja, wie das Leben so spielt wohne ich inmitten der Großstadt. Das nächste an Wildnis war es wohl, mit anderen Hippies eine Woche am Strand wild zu campen, das war wunderschön übrigens.
Ich war sehr froh, dass ich den Zuschlag für Cheryl Strayeds Buch bekommen habe. Und nach Lektüre des Buches bin ich immer noch froh. Das Buch macht gute Laune, macht Mut und motiviert dazu, ungewöhnliche Dinge zu wagen.
 Die 445 Seiten lesen sich dabei sehr schnell und gut weg, nachdem man die ersten Seiten überwinden muss, in denen es direkt um den Tod der Mutter der Autorin geht.

Cheryl hat sich selbst den Nachnamen „Strayed“ gegeben; dieser bedeutet: verloren sein, vom Weg abkommen.

Der Name passt zu ihr und zu ihrem Gefühl der Haltlosigkeit und Verwirrung. Nach dem Tod ihrer Mutter hat sie ihre Ehe in den Sand gesetzt, sich mit dubiosen Männern eingelassen und muss zusehen, wie ihre Herkunftsfamilie zerbricht. Sie setzt sich in den Kopf, auf den großen Trip zu gehen und den Pacific Crest Trail zu bewandern, einen Fernwanderpfad, der von der kanadischen bis zur mexikanischen Grenze durch die Wildnis führt.
Ihren Rucksack packt sie bis oben hin voll und kann ihn zunächst nicht hoch heben, daher nennt sie ihn „Das Monster“. 

Cheryl Strayed schreibt ehrlich und offen über die Kraftanstrengung der Wanderung, über ihre Mittellosigkeit und ihre Emotionen, ich hätte noch immer weiter lesen können. Vielleicht schreibt sie noch einen weiteren Titel darüber, wie es ihr nach Beendigung des Pacific Crest Trail ging? Wie hat sie z.B. ihren Mann kennen gelernt? Durch Cheryls Offenheit und Direktheit hat man schnell das Gefühl, sie gut zu kennen. Man sieht sie fast vor sich, wie sie völlig versifft und verängstigt in drückenden Schuhen und mit zerschrammten Beinen lautstark Kinderlieder singt, um die Bären fern zu halten. Wie sie kreischt, wenn eine Klapperschlange auf dem Weg liegt. Wie sie die Schönheit der Landschaft in sich aufnimmt und ihre seelischen Wunden beim Laufen langsam zuheilen.
Weibliches (heterosexuelles) Begehren wird dabei nicht ausgelassen, wie es sonst oft passiert, sie thematisiert Masturbation im Zelt (zu müde) und beschreibt einigermaßen detailliert Sex trotz Hornhaut an den Hüften.

Fazit: Würde ich Sternchen vergeben, bekäme dieses Buch alle. Nicht, weil es literarisch besonders "wertvoll" erscheint, sondern weil es furchtbar Lust auf das Leben macht.


Das Buch wurde mir im Rahmen von Blogg Dein Buch vom Kailash-Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank! Es ist für 19,99€ hier erhältlich.
Infos über Blogg Dein Buch habe ich hier schon einmal gegeben.

Sonntag, 7. April 2013

[Rezension] Der Federmann - Max Bentow

Das Buch habe ich mir spontan aus der Bücherei mitgenommen, ich wollte was gruseliges. 
Und das habe ich bekommen. Das Buch ist so spannend, dass ich es innerhalb von zwei Tagen ausgelesen habe und dafür auf einen Teil meines Nachtschlafes verzichtet habe. Ich konnte einfach nicht schlafen gehen, ohne das Ende zu erfahren. 


Inhalt:


Schrei doch, dachte er, schrei 

Als der Berliner Kommissar Nils Trojan an den Schauplatz eines Mordes gerufen wird, erwartet ihn eine grausame Inszenierung: Der jungen Frau wurden die Haare abgeschnitten, ein zerfetzter Vogel ist auf ihrem Körper platziert. Trojan und sein Team sind entsetzt, doch noch während sie die ersten Ermittlungen einleiten, ereignet sich ein zweiter Mord – wieder hatte das Opfer lange blonde Haare, und wieder hinterlässt der Federmann einen makabren Gruß in Gestalt eines toten Vogels. Trojan hofft, durch die kleine Tochter der Ermordeten einen Hinweis zu bekommen, doch dann verschwindet das Mädchen von einem Tag auf den anderen. Unterstützt von der Psychologin Jana Michels macht sich Trojan an die Lösung des Falls – und befindet sich unvermittelt auf einer Reise in die tiefsten Abgründe einer kranken Seele.
 Fazit:

Das Buch hat alles, was es braucht, um einen gruseligen Thriller zu schreiben: 
Einen etwas abgerockten verliebten Kripobeamten mit eigenen Problemen, der heimlich zu einer Therapeutin geht, die er etwas zu scharf findet, einen schwer gestörten Frauenmörder, der seine Opfer quält und sich auf einem sehr strangen Trip befindet, ein kleines Mädchen, das bislang ein weniger schönes Leben hatte...

Die Figuren sind glaubwürdig und differenziert genug, um nicht langweilig zu werden. Die Geschichte ist spannend und ohne zu viel verraten zu wollen, geschickt aufgebaut.  Die Perspektive ist abwechselnd bei unterschiedlichen Protagonist_Innen, so dass man stets gespannt bleibt, wie es weiter geht.
Ich habe einige heftige Bilder aus dem Buch im Kopf, die wahrscheinlich noch eine Weile da bleiben werden.

Da das Buch in Berlin Neukölln, Kreuzberg und Schöneberg spielt, hatte ich immer wieder Momente, in denen ich mich gefreut habe, einen Ort oder einen Laden oder eine Straße wiederzuerkennen.

Worauf Max Bentow aber hätte verzichten sollen: Diese gräßlichen Neukölln-Klischees, die teils antiarabischer Manier waren: "grell-geschminkte Neuköllnerinnen" stehen um den Grabbeltisch mit den G-Strings herum, in einer Wohnung kümmern sich "jammernde Kopftuchfrauen" um ein kleines Mädchen - Hallo? Hätte man sie nicht einfach als "kopftuchtragende Nachbarinnen" beschreiben können?  Wen geht es etwas an, wer sich wie schminkt? 

Allerallerallerspätestens seit Sarrazins Scheißbuch ist "Kopftuch-" als Präfix zur Personenbeschreibung nicht mehr machbar. Ach, vorher auch schon nicht.
In den Neukölln-Arcaden (ja, die heißen so) "terrorisieren arabische Jungendbanden" die Ladenbesitzer. Och nee ey hör uff. 
Ich wohne hier seit sechs oder sieben Jahren und bin  seitdem regelmäßig mehrmals pro Woche + /- in diesem Einkaufszentrum. Es gibt dort viel zu viele Menschen, aber das einzige, was sonst dort nervt, sind Menschen, die zu dritt mit Kinderwagen nebeneinander laufen, so dass ich nicht vorbeikann, wenn ich es eilig habe und dass die Bänke immer belegt sind, wenn ich da mal ein Eis essen will. Jugendbanden  oder Streitereien habe ich dort keine gesehen und die Stimmung ist keineswegs bedrohlich. Da hat Bentow kräftig daneben und kräftig in die Klischeekiste gegriffen und dafür ziehe ich ihm dicke fette Punkte ab.

Ansonsten ein gruseliges Buch, dass überrascht und gefesselt hält. Ich schließe es keinesfalls aus, auch die nachfolgenden Bücher mit Kommissar Trojan zu lesen.

Viele Grüße! 

                                                                 Katharina





Sonntag, 17. März 2013

Wochenrückblick # 1 und Blabla

Heute mal was aus der Kategorie: Aus meinem Leben. ;-)

Ein ungeheuer anstrengender Lebensabschnitt hat sich grade um einen Riesenstressfaktor verringert.  Fuck yeah finally.
Einige von euch wissen ja, dass ich nicht nur zwei kleine Jungs im Alter von fast  11 Monaten  und von 3,5 Jahren zu Hause habe, sondern dass meine Abschlussarbeit abgegeben werden wollte. Lange schon.

 Da das Goldkind in der Betreuung ist , das Goldbaby aber nicht und mein Freund abends arbeitet und dementsprechend am nachmittag und abend die Kinderbetreuung meine Aufgabe ist, blieb keine andere Möglichkeit, als die Arbeit abends zu schreiben. Das heißt, nach dem abendlichen Vorlesen und Singen vielleicht noch die Abendessens-Reste vom Boden zu wischen und mich dann ab etwa 21 Uhr wach zu halten, Facebook, Blogs und meine Müdigkeit zu ignorieren und zu schreiben. Das Goldbaby schläft noch nicht durch und will so alle zwei  bis drei Stunden gestillt oder gestreichelt sein, was mich natürlich in meiner Konzentration unterbrochen hat. 

Ich habe in den letzten Monaten immer nur 4-7 Stunden 



geschlafen, immer unterbrochen vom Stillen. Damit ich mich wohl fühle, brauche ich eigentlich so 8,5 mindestens. 


Seit Weihnachten war ich dann auch drei Mal krank und nehme aktuell auch noch ein Antibiotikum,ich glaube, mein Immunsystem zeigt deutlich, dass ich mehr Ruhe und Entspannung brauche.

Am Freitag habe ich die alte Kackwurst die 99-seitige Arbeit drucken und binden lassen, stand mit Reizhusten und Fieber im Copyshop und wartete auf das Erleichterungs-Gefühl. 
Kommt dann vielleicht nach dem Abgeben am Montag. :-)

Jedenfalls  bin ich schon mal saufroh, dass ich abends wieder baden und schlafen und Romane lesen darf - Blogs lesen war dank Smartphone beim Stillen nicht so problematisch. -Nur das Kommentieren, wenn jemand ihre Captcha nicht ausgeschaltet hatte. Ich seh die schon auf dem Laptop mit Brille kaum, auf dem Smartphone ist das ein Ding der Unmöglichkeit. 

Und Französisch lernen. Nähen lernen. Yoga machen. Abends früh schlafen gehen, habe ich es bereits erwähnt? Schlaaaaaaaaaaaaaaaafen.

Ich freu mich auch ganz doll darüber, jetzt mehr Zeit für`s Bloggen zu haben, ich möchte auch einiges am Bloglayout machen.  Freut ihr euch auch? :-D Fishing for compliments anyone? 

In den letzten Wochen habe ich bei allen möglichen Bloggerinnen immer wieder gerne den Sonntags-Rückblick gelesen. Von mir heute auch mal, vielleicht etabliert es sich, mal gucken. Vielleicht abwechselnd mit den 7 Sachen...?

Ich finde es auf anderen Blogs immer vorbildlich und auch ganz nett zu lesen, wenn sich da Rubriken wiederholen, also z.B. Pink Monday, Amu Dienstag, Veggie Donnerstag, Red Friday, Duftsamstag, Immer wieder Sonntags ...
Für mich geht das Konzept aber irgendwie nicht auf, ich mag sofort! darüber bloggen, worauf ich grade Lust habe, das habt ihr ja bestimmt auch schon gemerkt, dass ich nicht so die Planerin bin und dann plötzlich 3 Posts auf einmal publiziere... 
Mal sehen, wie sich das entwickelt. Wie macht ihr das? 


Gehört | Villalobos: Vizheuer Ziheuer. Meine Tippmotivationsmusik. Bob der Baumeister und Ritter Rost Hörspiele.
Gelesen | Korrektur, Korrektur, Korrektur und Blogs
Getan | Getippt, geflucht, formatiert, verbessert, pdfs erstellt, gehustet
Gegessen| Couscous mit Kohlrabi, Möhren und Zucchini, Spaghetti mit frischen Tomaten, Süßkartoffeln mit frittierter Kochbanane, Feldsalat, Ovomaltine-Brotaufstrich, Honigwaffeln
Getrunken | Wasser, Bronchialtee (Spitzwegererich, Süßholzwurzeln, Salbei), Apfelsaft, Cola Zero
Gedacht | Wenn ich das Literaturverzeichnis noch einmal einrücken muss, schreie ich
Gefreut | -"Weißt du noch, wie es war, bevor das Goldbaby bei uns war?" -"Ja" . "Und, wie war das?" "Traurig" , darüber, wie mein Freund alles tut, um mir den Rücken frei zu halten
Geärgert | Wetter, Krankheiten, Formatierungsprobleme - Abschnitte bei Word? Zum Kotzen!!! Wer unterschiedliche Seitennummerierungen benötigt, der empfehle ich diese Vorgehensweise: klick.
Gewünscht | Dass wir jetzt alle mal ein paar Wochen am Stück gesund sind...

Gekauft | Hustentee, Schleich-Dinosaurier, den tollen glimmerigen Flirtin`Purple Nagellack aus der P2 Sommer-LE

Geklickt| Facebook, Blogs: : kunterdunkle, jadeblüte.com, fuckermothers, microaggressions, Ebay Kleinanzeigen

Katharina