Sonntag, 2. Juni 2013

Impressionen vom Nähkurs

Ihr wisst ja vielleicht, dass ich mir für dieses Jahr vorgenommen habe, einen Nähkurs zu belegen.
Nähen können stelle ich mir aus unterschiedlichen Gründen sehr gut vor, die ich hier jetzt nur stichpunktartig nenne, weil mir das einen separaten Post wert ist.

* Ethisches Verhalten: Ich kann Dinge herstellen lernen, die nicht in Sweatshops zu menschenunwürdigen Bedingungen angefertigt wurden

* Körperpolitik: Ich kann Kleidung herstellen, die zu meinem Körper passt, statt mich zu ärgern, unpassende Kleidung für meinen nicht in Schema F der Bekleidungsindustrie passenden Körper kaufen zu sollen. 
Ich habe beim Klamotten kaufen oft das Problem gehabt, dass in Blusen meine Schultern zu breit sind und dann zu viel Stoff an Bauch und Taille bauscht. Oder dass in Kleidern immer meine Brüste zu groß sind und durch diese Unterbrustnaht unvorteilhaft gequetscht werden. Oder dass bei Hosen mein Hintern in Relation zu meinem Bauch irgendwie zu klein ist; passt es am Bauch bequem, schwimmen Beine und Po und sind nicht mehr zu erkennen. Sitzt es an Beinen und Po knackig, geht die Hose nicht zu. Usw. usf.

3. Nachhaltigkeit: Ich möchte bereits vorhanden Stoffe und Materialien upcyclen können, also Neues aus Altem machen können, statt immer Neues zu kaufen.

Wie gesagt ist das ein Thema, dass mir gerade sehr am Herzen liegt und daher einen eigenen Post wert ist. Aber das ein ander Mal.

Heute aber will ich nur die Bilder herzeigen, die beim Nähkurs in Kreuzberg entstanden sind. Ich schreibe jeweils kurz was dazu, irgendwie habe ich immer, wenn ich Leerlauf hatte, die Deko fotografiert. Die hat mir aber auch sehr gefallen.
Insgesamt war der Nähkurs eine super Idee, seitdem habe ich dem Goldkind eine Hose, mir drei Röcke, dem Goldkind einen Murmelbeutel und eine halbe Tasche (es fehlen die Henkel) genäht und mir einen Schlüsselbeutel. Und zwar, weil das wirklich Spaß macht. Man muss knobeln und tüfteln und heften, dann ratterts und am Ende ist komischerweise die Zeit um und man hat was neues in der Hand. Schön, gell?
Stattgefunden hat der Kurs im Atelier Motherby im Gräfekiez, Preis: 35 € für 5h. 

Erstmal haben wir die Maschinene kennengelernt, wie man Spulen einsetzt und wie man den Unterfaden hochholt z.B. :



Diese Schladmaske zierte die Wand über mir: 



Dann bekamen wir ein Übungstuch und konnten üben, Linien und Kreise zu nähen:
Discoschnecke: 

Postkartendeko: 

Meine Freundin beim Ausprobieren der Stiche:


Dann bekamen wir ein Blatt Papier mit vorgezeichneten Linien und Kreisen und sollten diese ohne Faden nachstechen. Der Lerneffekt war, wie nützlich es ist, den Nähfuß anzuheben und mit der Hand zu kurbeln statt per Fuß Power zu geben: 

Das Motto des Tages am Stromkasten:

Ich habe mich auch ein bißchen im Nähatelier umgesehen und fand viele viele Stoffe, Kisten, Spulen und Koffer:

Nähzeitschriften und Schnittmuster:

An den vier Maschinen saßen wir nebeneinander und haben gekichert. Gearbeitet wurde natürlich auch:


Schließlich entschieden wir uns für ein Projekt, das nach der Mittagspause gefertigt werden sollte. Dabei wollten wir realistisch ob unserer Fähigkeiten und Zeit sein und was hübsches rauskriegen. 
Hier der Zuschneidetisch. Links seht ihr den  von mir mitgebrachten grün-rosa Bündchenstoff, der letztlich dann bei mir zu Hause als "Farbkombination des Grauens" mit dem ebenfalls zu sehenden blauen Bettwäscheüberzug eine Liason als Rock einging:

Was zu knabbern und Tee und Kaffee gab es auch: 

Zucker! 


Wagemutig habe ich den Stoff angeschnitten... leider zu knapp. Unsere Worksopleiterin hat mir dann ein Stück wieder rangenäht. 
Danke, Swantje! Du warst sowieso total toll, geduldig und hast die Übersicht bewahrt.
Zu Hause ist das Bündchen jetzt fast zu weit. Bei meiner Freundin, die sich auch für einen Rock entschied, übrigens auch. Saß knapp beim Zuschneiden und ist jetzt zu weit. Ob wir zu viele Kekse gegessen haben? 

Gegenüber des Zuschneidetisches:

Eine Webmaschine steht auch da, ist doch eine, oder? 

Ein wunderbarer Spruch ziert die Küche:

Meine Freundin hilft beim Auseinanderprökeln des Bettbezuges. Im Hintergrund sieht man ihr Rockprojekt.
Die beiden anderen Damen haben sich für Kissenbezüge mit Hotelverschluss entschieden und waren damit recht fix, die Rockfreundin und ich haben überzogen und uns dann noch Arbeit mit nach Hause genommen.

Und zu Hause?
Habe ich Schraubenzieher und Öl hervorgeholt und meine Maschine in Schuss gebracht. Ich mag sie. Sie hat ihren eigenn Kopf und schließlich lernen wir uns gerade erst kennen, aber wir werden wohl noch einige Zeit miteinander verbringen.

Hübsch, oder? 

Den fertigen Rock muss ich euch heute noch schuldig bleiben, er hängt ungebügelt auf dem Wäscheständer. Ich zeige ihn Euch aber noch, die Farbkombi ist zu heftig, um nicht damit herumzuprotzen.
Beim Zuschneiden mussten meine Freundin und auch die Workshopleiterin ein paar Mal den Kopf schütteln, um die Augen wieder zu entwirren.

Kann ich den Workshop empfehelen? Ja.
Leider war jener Tag der letzte für Swantje, ich nehme aber an, dass die anderen Damen dort ebenso kompetent und nett sein werden.
Mir gefällt, dass man thematische Kurse buchen kann sowie Projektkurse, bei denen man sich bei einem Projekt helfen lassen kann. Auch Schnittkurse sind auf Anfrage möglich. Mit steigendem Niveau und zunehmenden Fragen kann man sich dort also auch immer wieder helfen lassen.

Könnt ihr nähen? Wäre so ein Kurs etwas für Euch?

Viele Grüße!

Katharina

Kommentare:

  1. Das klingt ja nach einem tollen Tag und die Bilder sind so schln dazu =)
    In den Regalen würde ich auch gerne mal stöbern: Diese Köfferchen!

    Ich kann nicht wirklich nähen, habe es mal versucht im try-and-error-modus, war so lala, richtige Kurse würde ich gern mal machen.

    Auf deinen Rock bin ich sehr gespannt =)
    Und das Beutelchen...und...wo sind die Sachen? :D

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    1. Die Sachen hängen auf einer bockigen Speicherkarte... :-D
      Süßer Laden, oder? Ich hatte gleich Lust, bei uns zu Hause umzudekorieren (der Freund: "Oh Mann, is schön genug hier!" )

      Also so`n Kurs kann ich echt empfehlen, die anderen drei waren ja Freundinnen von mir und es war so lustig.

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  2. Wo ist der Rock! Ich will den Rock! :D
    Die Bilder sind echt cool und der Bericht ist irgendwie so nett geschrieben, Tatsachenbericht mit random Postkartenbildern dazwischen...das gefällt mir ^^

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Danke für deinen Kommentar!
Ich habe nichts gegen Bloglinks, gucke aber sowieso bei jedem unbekannten Namen mal rüber. ;-)
Einen schönen Tag wünsche ich!